Lerncoach aus Überzeugung: Wissenswertes über Lernknackerin Stephanie Brixner!

Ich bin 39 Jahre alt, verheiratet und habe einen 11-jährigen Sohn. Wir wohnen in unserer Wahlheimat, dem herrlichen Wildenberg, mitten in der Hallertau. Jetzt kommt viel Text, aber wer mich schon ein bisschen kennenlernen möchte, sollte jetzt unbedingt weiterlesen. 

Doch wie kam es dazu, dass ich Lerncoach wurde? 

Die eigenen Erfahrungen als Berufung zum Lerncoach

Ausschlaggebend für meine Laufbahn als Lerncoach waren meine Lebensgeschichte und die meines Sohnes:

In der Grundschule war ich ja noch motiviert für das Lernen und den täglichen Schulalltag, das hörte auf dem Gymnasium recht schnell auf. Die Schule wurde für mich immer anstrengender und bei den Elternsprechtagen war immer das gleiche über mich zu hören:

  • ich kann mich nicht konzentrieren
  • ich mache zu viele Flüchtigkeitsfehler
  • ich brauche dringend Nachhilfe
  • ich soll ins autogene Training gegen meine Prüfungsangst

Meine Jahreszeugnisse lesen sich wie in einziges Wenn und Aber. Dies habe ich so lange gehört, bis ich es eines Tages geglaubt habe. 

Ab der 9. Klasse wollte ich nicht mehr auf dem Gymnasium bleiben, ich dachte schlichtweg, ich sei zu dumm dafür. Auf die Fachoberschule zu wechseln wurde mir jedoch nicht erlaubt. Also kämpfte ich weiter, um den Erwartungen dem Elternhaus gegenüber gerecht zu werden. So habe ich mich von Jahr zu Jahr gehangelt. Kurz vor dem Abi kam dann doch der Ehrgeiz und auch die ein oder andere Erkenntnis (man entwickelt sich ja auch). Mein Abitur hatte ich dann in der Tasche, sogar ein ganz gutes. Lehrerin wollte ich werden, da hieß es dann aber: bloß nicht, Lehrerüberschuss. Für Biochemie war er dann doch zu schlecht, mein Abi-Schnitt. Eigentlich kam es mir dann auch ganz recht, da ich eigentlich eh nicht studieren wollte, nicht noch mal Schule. Raus in die Praxis, studieren kann ich immer noch: so habe ich eine Lehre als Industriekauffrau gemacht und bin danach in der Telekommunikationsbranche erst mal hängen geblieben. Mit dem Alter wurde das Lernen natürlich etwas einfacher, aber den inneren Widerstand dagegen bin ich nicht losgeworden – zu sehr saßen mir die Erfahrungen der Kindheit in den Knochen. Somit bin ich den einfacheren Weg gegangen (oder den am Ende schwierigeren Weg?), indem ich nicht studiert habe und dafür weiter in meinen beruflichen Erfolg investiert habe. Das ich nicht studiert habe, das muss ich mir in der Berufswelt allerdings bis heute noch anhören…

Wiederholt sich alles bei meinem Kind (ADHS)?

2009 wurde unser Sohn geboren und schon während der Kindergartenzeit, später dann in der Schule, wiederholten sich die Sätze, die schon ich gehört hatte – nur dieses Mal über ihn. Man fühlt sich zurückversetzt in seine Vergangenheit, lässt sich dann auch noch vom System in die Ecke ADHS, Lese-Rechtschreib-Schwäche und Co. drängen und der Familiensegen hängt schief. Alles dreht sich um Verhalten, Konzentration, Motivation und letztlich um die Schule. Man zweifelt an sich selbst, dann wieder an den anderen – ein Teufelskreis beginnt. In der dritten Klasse arteten Lernen und Hausaufgaben bei meinem Sohn in stundenlange Diskussionen aus (auch wenn er die Hausaufgaben immer gemacht hat).

Die Lösung – Strategien statt Medikamente

Eines Tages dachte ich mir, dass es doch eine Lösung für all das geben muss – ohne Therapie oder Tabletten. Mein Kind ist völlig in Ordnung, so wie es ist. Aber wie bekommen wir wieder Leichtigkeit in unser Familienleben? So habe ich mich mit dem Thema Lerncoaching beschäftigt und landete schließlich im ersten Seminar bei meinen Ausbildern. Da war sie, unsere Lösung. Bereits am Abend nach dem ersten Schulungstag konnte ich einige Strategien umsetzen und ich habe gesehen, wie mein Kind auf einmal aufgeblüht ist. Lernen ist heute kein Streitthema mehr für uns, Hausaufgaben werden nun ohne Gemecker gemacht und unser Familienleben hat sich deutlich entspannt.

Lernen begleitet uns ein Leben lang – Lernen kann jeder, in jedem Alter

Also verstand ich recht bald – wenn ich JETZT das Lernverhalten, die Einstellung dazu und folglich die Erfahrungen mit dem Lernen bei meinem Sohn beeinflussen kann, hat das Auswirkungen auf den Rest seines Lebens. Ich muss meinem Kind begreiflich machen, dass er nicht für mich lernt – er muss es für sich tun. Jetzt kann ich dafür sorgen, dass er für sein späteres Leben dem Lernen gegenüber aufgeschlossen und ohne Angst gegenüberstehen kann, dass er Wege gehen wird, auch wenn sie mit Lernen verbunden sind. Das wiederum ist ein absolut erfüllendes Gefühl – zu wissen, dass er mit Freude und mit einer Leichtigkeit den weiteren Aufgaben des Lebens entgegentreten kann.

Der nächste Schritt:
Ich wurde Lerncoach.

Meine Liebe, mit Menschen zu arbeiten, zieht sich durch meine ganze Berufslaufbahn und erfüllt mich auch heute noch zutiefst. Meine Liebe, mit Kindern zu arbeiten, hatte ich ja schon immer, aber jetzt habe ich meine Leidenschaft dafür entdeckt.  Mein damals 10-jähriger Sohn ist sicherlich auch ein treibender Faktor gewesen, als er zu mir während meiner Coach-Ausbildung sagte: „Ich weiß nicht, was sie mit dir gemacht haben. Aber dass solltest du unbedingt auch anderen Menschen beibringen!“.

Als ich dann noch von den anderen Ausbildungskollegen und Seminarteilnehmern folgendes Feedback bekommen habe (und die kannten mich jetzt noch nicht so lange), war mir klar, ich muss zukünftig als Lerncoach arbeiten! Stefanie ist:

„empathisch, warmherzig und offen, ehrlich, engagiert, emotional, unglaublich echt und authentisch, wissbegierig, ehrgeizig, lustig, eine starke Persönlichkeit, zielstrebig, motiviert, eine liebevolle Mutter, super darin, offene Fragen zu erkennen, übernimmt Verantwortung, talentiert, kreativ“

Hätte mir das mal einer vorher gesagt, ich hätte es nicht geglaubt. Aber heute kann ich sagen: ja, das bin ich – und ich möchte, dass auch ihr eure Stärken erkennt und sie nutzt.

Als mein Mann dann noch zu mir meinte: „Das ist genau deine Berufung“, habe ich es in die Tat umgesetzt und seitdem bin ich Lerncoach!

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